was für ein abend.
die schülerinnen (zweiter bildungsweg zur fh-reife, reine frauenklasse, zwischen 20 und 30) bringen gerne ihre kerle mit ins theater, die sich dann auf ihre art präsentieren. meistens als durchschnittliche, nette junge männer. einige fallen aber etwas aus dem rahmen:
der beau, ein türkischer gerüstbauer, versteht kein wort, schläft während der vorstellung ein, will aber nächstes mal unbedingt wieder mitkommen. ein zweimeter-senegalese singt die französischen chansons begeistert mit. als restaurant-fachmann hat der mittelgroße blonde für die pause prosecco geordert und geöffnet bereitstellen lassen. die linke auf dem rücken schenkt er ein. der "ältere" (etwa 40) gibt den kavalier der alten schule und fordert - ebenfalls in der pause, die von einer veritablen drehorgel untermalt wird - zum musette-walzer auf. ausgerechnet der über- und fehlernährte erweist sich als philosophie- und griechisch-student. von dem kleinen, zierlichen asiaten erfahre ich, dass er in irgendeinem flur über meine schülerin (1,80) hergefallen ist und sie seitdem zusammen sind. der offiziell verlobte macht schichtarbeit, muss direkt nach der vorstellung gehen und bittet seine zukünftige eindringlich, nicht wieder so spät nach hause zu gehen. in der kneipe erscheint dann mucki-jugo, der 'wegen training jede abend' nicht mitkommen konnte. er sitzt tätowiert, gebräunt und glänzend, für die witterungsverhältnisse zu spärlich bekleidet, am tisch, stützt sich während des gesprächs dekorativ auf, sodass die muskeln auch zur geltung kommen, duzt die lehrerin und bezeichnet seine freundin, eine eher durchschnittliche schülerin, als 'superhirn'.
