private collection





hausbesuch

ein anruf aus dem haus, in dem wir damals lebten, er/wir zwei jahre, ich weitere zwei, bis ich diese wohnung fand. die bewohner brauchten seine hilfe und erkundigten sich nach der 'frau des doktors', von der sie gehört hatten.

fast hatte ich sie alle vergessen und auch die zeit in der spießersiedlung, in die ich vorübergehend ein bisschen leben brachte mit meinen kindern und katzen und gästen. allein die bezeichnung ruft alles wieder wach, was ich nie sein wollte. mich wundert, wie verklärt er ihn immer noch sieht, unseren anfang vom ende...

... der damit begann, dass ich den mietvertrag nicht unterschrieb, den er nichtsdestotrotz mit diesem widerlichen hausbesitzer (pfarrer) begoss.

(reminiszenzen)
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sie hieß jutta, sprach von bornität und toleranz schrieb sie mit doppel-l.

(reminiszenzen)
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platzhalter

und wieder ein mai, in dem ich zuschaue, wie andere mein leben leben.

an meiner statt geht die freundin zu den maifestspielen, die tochter zum pfingstturnier, liest der sohn die abonnierten zeitungen und nutzt der hawaiianer meine trommelstunden. sie teilen sich meine monatsfahrkarte ebenso wie mein wohnzimmer. in einem kästchen auf dem flurtisch liegt das geld, das sie brauchen, um den kühlschrank zu füllen, zu tanken oder kleine forderungen zu begleichen. pflanzen und blumen im hausgarten sind vorübergehend sache der nachbarin und der kater holt sich sowieso, was er braucht.

ob sich der liebhaber anderweitig tröstet, entzieht sich meiner kenntnis, aber der ex weiß anlässlich unseres heutigen hochzeitstages zu berichten, dass ich seinerzeit einer dame, die interesse an ihm zeigte, ungerührt mein fahrrad lieh, damit sie ihn bei einer maitagestour begleiten konnte.

(reminiszenzen)
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die büchergilde ist auch so ein relikt aus vergangenen zeiten, das ich mit mir herumschleppe wie die gewerkschaftsmitgliedschaft oder abos von zeitschriften, die ich zwar kaum noch lese, aber aus pietät nicht kündige.

(reminiszenzen)
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jeden abend bin ich mit dem gedanken eingeschlafen, dass am nächsten tag jemand erscheinen würde, um aufzuklären, wie ich hierher kommen konnte, an diesen ort, an dem ich mich nur durch einen irrtum befand.

(reminiszenzen)
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