private collection





schon von weitem sah ich, dass ein herr auf der bank saß, von der aus man den platz und die einmündung der straße überblicken konnte. näherkommend stellte ich fest, dass ich ihn flüchtig kannte, ich hatte ihn in durchaus angenehmer erinnerung, lächelte also, als er sich erhob und auf mich zukam, um mir - wie ich feststellen musste - sogleich vorzuwerfen, dass er mehrere stunden auf mich gewartet hätte.
schon die telefonische auskunft, dass ich nicht zuhause sei, hatte er als 'schutzbehauptung' deklariert, so dass sich die anwesenden weitere informationen entlocken ließen, aus denen er glaubte schließen zu können, wann ich zurück sein würde. damit, dass es zwei uhr würde, hatte er nicht gerechnet. ich lächelte immer noch, jetzt verständnislos, und hörte mir an, wie kalt es um diese jahreszeit (oder tageszeit?) sei und dass ich wohl doch mehr zeit hätte, als ich damals behauptete. eigentlich wollte ich ihn noch fragen, warum er überhaupt so lange gewartet hatte, aber dann vergaß ich es und ging weiter, das hoftor sorgfältig hinter mir schließend. im kühlschrank noch trockener martini, auf dem schreibtisch klausuren, im bett der schwarze kater. gute nacht.

(auchdasnoch)
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. . . die vermehlung Ihrer kinder geben bekannt . . .

(auchdasnoch)
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schuhe kaufen soll helfen, sagt man, gegen allerhand lebenswidrigkeiten, denen man sich ja immer mal wieder ausgesetzt sieht. heute half‘s nun gar nicht. fast möchte ich sagen: im gegenteil.

in verkaufs-, also nicht unbedingt in schlechtester absicht kommt eins dieser trampeltiere auf mich zu, um das zarte sommerschühchen meiner hand ebenso wie der wohlwollenden betrachtung zu entreißen mit dem hinweis, dass man dafür keine hammerzehen haben dürfe, die würden sich bei dem feinen leder nämlich durchdrücken.

wiiie bitte? klingt ja schrecklich. hammerzehen, was ist das denn?

dass ich dann eben keine hätte, folgert sie messerscharf, wenn ich nichtmal wüsste, was das ist. woraufhin sie, noch ehe ich überhaupt registriere, dass sie weg war, mir ein vollständiges paar der edlen objekte entgegenstreckt. immer noch leicht desorientiert, das kommt in meinem alter ja vor, weiß ich damit nichts anzufangen. zwischenzeitlich ist mir wohl entfallen, was ich hier überhaupt wollte - kaufen sicher nichts.

hammerzehen. muss ich erstmal gugeln. wie kommt die überhaupt darauf? sehe ich nach hammerzehen aus oder nach anderen deformationen? steht mir irgendwas in dieser art bevor? vielleicht schon bald? fragen über fragen, alle geeignet, mich zutiefst zu beunruhigen.

(auchdasnoch)
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komisch, dass es so traurig ist.

(auchdasnoch)
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im angebot: pharmaschinken.

(auchdasnoch)
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jeder mist findet ein medium, das ihn druckt. und kaum einer ist sich zu schade, unseren feisten fritzen, theos, horstis und wie sie alle heißen, eine plattform zu bieten, wo sie ihren widerlichen müll abladen können.

(auchdasnoch)
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bilokation

wenigstens weiß ich schonmal, wie das heißt, was man heute von mir erwartet: bilokation - die fähigkeit, an zwei orten gleichzeitig zu sein.

üben kann ich das morgens, da stehen zwischen halb acht und halb drei mündliche abschlussprüfungen an, währenddessen muss ich einer anderen klasse eine klassenarbeit zurückgeben, die noten besprechen und bis mittags eingetragen haben. lässt sich später allerdings nicht überprüfen, weil das im unterricht anderer lehrer geschieht.

ab vierzehn uhr dann der ernstfall: zwei konferenzen gleichzeitig. mit anwesenheitsliste und protokoll. in der einen ist über eine meiner schülerinnen mit LRS und deren deutsch-note zu befinden, in der zweiten über einen meiner schüler, der mit zweimal 'fünf plus' versetzt werden soll. falls der große vorsitzende das ablehnt, muss sich entweder der mathelehrer zur 'vier minus' erweichen lassen oder ich die powi-note ein wenig frisieren. alles andere wäre eine unbillige härte, da das sonstige notenbild völlig in ordnung ist.

im vorfeld hatte ich um verschiebung der termine gebeten, was man abgelehnt hat mit der begründung, außer mir sei niemand von dieser überschneidung betroffen. das müsse ich irgendwie hinkriegen. wird schon. schließlich übe ich mich seit dem wochenende in dieser fähigkeit, die man außer diversen katholischen heiligen auch einem schwedischen mystiker und dem indischen guru sathya sai baba zuschreibt.

und in zukunft kann ich dann sicher auch auf zwei hochzeiten tanzen.

(auchdasnoch)
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wer hätte sich nicht längst damit abgefunden, dass andere über die eigenen daten besser bescheid wissen als man selbst. sie können ja auch mehr damit anfangen. frech finde ich aber diese re-informationspolitik, die sie neuerdings betreiben, nach dem motto: wissen Sie eigentlich, wieviel Sie uns an zinsen zahlen? ["nein." - "wollen Sie es wissen?" - "nein." - "es wäre aber für Sie viel günstiger, wenn..."]

(auchdasnoch)
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